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Dichtlippe an Sony FE 70-300 mm F4.5-5.6 G OSS (SEL70300G)?


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Liebe Community,
 
habe den Beitrag schon im DSLR-Forum veröffentlicht, da kam allerdings zwei Tage keinerlei Reaktion, deswegen hier nochmal: 

Ich habe mir für meine Sony A6700 ein FE 70-300mm geholt. Erste Inspektion ergab: hat keine Gummidichtlippe am Bajonett. Es soll jedoch eigentlich wasser- und staubabweisend sein. Wat is nu da los? Es geht mir bei allen folgenden Betrachtungen auch nicht darum, im strömenden Regen fotografieren zu wollen, sondern höchstens mal im Nieselregen eine nicht allzu lange Zeit (mal ein halbes Stündchen höchstens).

Könnte es sein, dass das mit der Dichtlippe eh nur ein Marketinggag ist, weil rein physikalisch betrachtet ist das ja (vermute ich nach meinen bescheidenen Physik-Kenntnissen aus der Bodenkunde) sowieso Rille, ob in dem Objektiv-Kamera-Spalt am Bajonett eine Dichtlippe ist oder nicht aus folgenden Gründen (physikalische Details mögen nicht 100% stimmen begrifflich, aber so im Prinzip halt):


1.) Ist KEINE Dichtlippe vorhanden, wird zwar ein ankommender Wassertropfen durch die Kapillarwirkung in den Spalt "gesaugt", aber sobald der Wassertropfen DRIN ist, dichtet er den Spalt durch genau diese Kapillarwirkung vollständig ab (durch Kohäsionskräfte der Wassermoleküle untereinander und Adhäsionskräfte der Wassermoleküle zur Wand hin). Diese Kräfte sind nicht zu unterschätzen. Nur, wenn (hoher) Druck (unter Wasser) dazukommt, kann mehr Wasser eindringen. Das ist aber im Normalfall nicht der Fall, wenn man draußen im (leichten Niesel-)Regen steht. Aus der Feldbodenkunde habe ich im Kopf so grob, dass der Entwässerungsdruck bei verschiedenen Porengrößen im Erdreich folgende Größenordnungen hat (alles circa-Werte, meine Erinnerung mag mich täuschen):
- weite Grobporen > 0,05mm: 0,06 Bar
- enge Grobporen 0,01mm - 0,05mm: 0,3 Bar
- Mittelporen 0,0002mm - 0,01mm: 15 Bar
- Feinporen < 0,0002mm: >15 Bar

Heißt: in den Feinporen des Bodens wird Wasser mit so derartig hohen Kräften gebunden, dass die Pflanze es nicht mehr ziehen kann, weswegen man auch unterscheidet zwischen "Totwasser" (eben das Wasser, was sie nicht mehr ziehen kann, obwohl es vorhanden ist im Boden) und der nFk = nutzbare Feldkapazität (= Wasser, das mit weniger hohen Kräften noch gezogen werden kann). Wenn nun bekannt ist, wie groß das Spaltmaß am jeweiligen Bajonett ist könnte man grob einen Rückschluss ziehen, in welcher Größenordnung man den Druck ansetzen muss, der dort eingesaugtes Wasser zum weiteren Eindringen bewegt (oder auch sonstwo in Kameraspalten).

Ist also Wasser auf diese Weise im/am Bajonett und versiegelt dieses, kommt es nur auf den Moment an, in dem man das Bajonett öffnet: er sollte - so meine Hypothese - so achtsam wie möglich passieren, damit dann nicht ein Tropfen irgendwie auf den Sensor kommt. Meint: Vor dem Öffnen mit einem hochsaugfähigen Tuch (Küchentuch/"Tempo"-Taschentuch/Klopapier o.ä.) jedes weitere Wasser am/um den Bajonettspalt entfernen, Bajonett öffnen, restlos trockentupfen, alles roger.

Keine Ahung, ob das Sinn ergibt, aber ich stell das hier mal in den Raum zur Diskussion.


2.) Das Gleiche (ankommender Wassertropfen wird durch die Kapillarwirkung in den Spalt "gesaugt") passiert nun aber nach Adam Riese und Eva Zwergle auch bei Vorhandensein einer Dichtlippe: wo ist der Unterschied? Meiner Einschätzung nach ist das sogar weniger gut "kontrollierbar", weil die Dichtlippe schmaler ist als die Bajonett-Auflagefläche und somit die BREITE des durch Adhäsion abdichtenden Wasserrings schmaler (als wenn "nur" Metall auf Metall" aufliegt auf die gesamte Bajonettringbreite). Zudem kann bei der geringsten Schwachstelle an der Dichtlippe DORT dann vermehrt Wasser eindringen. Auch kommt der psychologische Faktor hinzu: man verlässt sich halt auf die Dichtlippe und wird eventuell nachlässig beim Abmontieren des feuchten Objektivs und trocknet nicht mehr so gewissenhaft nach, was in jedem Falle sinnvoll ist.


MEINE FRAGEN AN DIE RUNDE:

A.) Hat jemand ein Sony FE 70-300er MIT Dichtlippe oder gehört das so, das meins keine hat?
B.) Ergibt meine Ausführung da oben Sinn?

Mit Gruß in die Runde
Jan
 
bearbeitet von Mooslieger
Rechtschreibfehler
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Zu B: Ich denke es ergibt wenig Sinn.

Du berücksichtigst nicht die Oberflächen der Materialien. Das Metall und noch mehr der Gummi sind hydrophob, Kapillarwirkung hat man nur bei hydrophilen Oberflächen (bzw. sie kehrt sich bei hydrophoben Oberflächen ins Gegenteil). Das bedeutet, das Wasser in flüssiger Form nicht hineingezogen wird. Regentropfen haben aber eine ganz ordentliche Kraft. Wenn der Spalt relativ breit ist können sie trotz der hydrophoben Oberfläche durchdringen. Ein schmaler Spalt hält einem höheren Druck stand und deshalb hilft die Gummilippe, weil hier der Spalt viel schmaler ist.

Es hat schon einen Grund, weshalb Wasserleitungen oder auch Wasserpumpen mit Gummidichtungen versehen sind!

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vor 7 Stunden schrieb Mooslieger:

A.) Hat jemand ein Sony FE 70-300er MIT Dichtlippe oder gehört das so, das meins keine hat?

Ich habe meines verkauft. keine Ahnung ob es eine hatte. Es gibt diverse Sony Objektive, die feuchtigkeitsgeschützt sind aber keine Dichtlippe haben.

vor 7 Stunden schrieb Mooslieger:

habe den Beitrag schon im DSLR-Forum veröffentlicht, da kam allerdings zwei Tage keinerlei Reaktion, deswegen hier nochmal: 

Das wundert mich nun nicht so wirklich.

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Ich zitiere mal digitalkamera.de :

Das Gehäuse besteht aus Metall, ist aber nicht gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet.

https://www.digitalkamera.de/Zubehör-Test/Testbericht_Sony_FE_70-300_mm_F4_5-5_6_G_OSS_SEL-70300G/10705.aspx

Wenn es auf die Abdichtung und die Dichtlippe und nicht auf Knöpfe und Schalter ankommt, würde ich das optisch mindestens gleichwertige und günstigere Tamron 70-300mm empfehlen.

 

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Ich habe das 70-300 mm. Das hat keine Dichtlippe. Die Abdichtung ist an den Tuben, wenn man den Zoombereich ändert.

Das 70-300 mm verkraftet m.E. ein paar Regentropfen, aber mit Sicherheit keinen prasselnden Regensturm. Spätestens mit Tropfen auf der Frontlinse hat der Spaß doch auch ein Loch.

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An alle: Vielen herzlichen Dank für Eure Antworten! 🙂

@Snofru Ok, alles klar, Ihre Argumentation ist für mich soweit schlüssig. Danke. 

@RalfTTMan Ja, das habe ich auch gelesen im Test bei digitalkamera.de, aber im Datenblatt steht wiederum "Wasser-/Staubschutz: ja".

https://www.digitalkamera.de/Objektiv/Sony/FE_70-300_mm_F45-56_G_OSS_SEL70300G/126563.aspx

Ok, was solls, ich hak das Thema damit für mich ab, da ich hauptsächlich Insekten fotografieren will, und das in der Regel "trocken". Es ging mir nur mal darum, diesen Kommentar im Datenblatt bei digitalkamera.de "Wasser-/Staubschutz: ja" und auf der Sony-Website einzuordnen nach Sichtung des Objektivs und der "fehlenden Dichtlippe". Ich bin nach 48-stündigem Einstellungsmarathon ja sowas von verschossen in meine neue Kombi A6700 und 70-300er, dass ich sie auf jeden Fall behalte - zumindest als Einstieg in die Sony-E-Mont-Welt, denn spätestens in 2 Jahren gehts weiter in Richtung A7R V oder höher ... weswegen ich mir auch NUR Vollformat-Objektive kaufe. 

Nochmals Dank in die Runde! 

Servus

Jan

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Geschrieben (bearbeitet)
vor 2 Minuten schrieb Mooslieger:

Ja, das habe ich auch gelesen im Test bei digitalkamera.de, aber im Datenblatt steht wiederum "Wasser-/Staubschutz: ja".

Ist ja auch vorhanden. Wenn irgendwo etwas anderes steht ist es falsch.

vor 2 Minuten schrieb Mooslieger:

... weswegen ich mir auch NUR Vollformat-Objektive kaufe. 

Wird noch schwierig, gross, schwer oder teuer bei Standardzooms.

bearbeitet von Octane
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Im Digitalkamera-Haupttest ("Zubehörtest") stand, es habe keinen Wasser-/Staubschutz. Somit dort widersprüchliche Angaben. Warum, weiß kein Mensch.

Zu "groß, schwer oder teuer bei Standardzooms": Bin bissl schmal gebaut und brauch das als Training, hihi ;-). Nee, jetzt ohne Witz: Für meine Zwecke reichen mir die 450mm des 70-300er auf APS-C erstmal vollkommen aus, ebenfalls die Schärfe in der Mitte mit über 70 Linienpaaren/mm bei einem Abbildungsmaßstab von 1:3 etwa. Zusätzlich für meine Zwecke brauch ich grad nur das 50er 1,8 für unter 200 Euro (bissl Portrait und als Immerdrauf) und das geniale Tamron 20mm f/2,8 Makro für ebenfalls unter 200 Euro (Pflanzen-Ersatzkamera) . Damit komm ich für meine Zwecke grad klar.

Für meine Hauptaufgaben (wissenschaftliche Botanik-Fotografie mit viel Makro) habe ich eine Pana Lumix G81 mit dem sehr guten Lumix G 30mm Makro (60mm KB). 

Der Umstieg auf Sony ist so Schritt für Schritt auf Jahre hin geplant, nachdem ich wirklich Monate den Markt beobachtet habe. 

Also, vielen Dank nochmal, ich denke, soweit ist ja alles besprochen hier.

Einen schönen Abend noch!

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