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Südostasien – 7 Wochen Abenteuer mit leichter Ausstattung


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Hallo zusammen,
vielleicht sind meine Erfahrungen für den einen oder anderen interessant, der plant, durch Südostasien zu reisen. Welche Kamera soll man mitnehmen? Welche Objektive? Unsere Planung ging davon aus, dass die hohe Luftfeuchtigkeit und der hohe Staubgehalt der Ausstattung stark zusetzen wird. Daher wählte ich meine alte Sony 7 II und beschaffte eigens für die Tour vier Objektive. Diese sollten leicht, klein und robust zugleich sein und ein weites Spektrum an Brennweiten abdecken. Die üblichen Zooms der G und GM-Linie von Sony schieden schon wegen ihrer Größe aus, denn wir reisten als Backpacker. Das Gewicht der Fotoausstattung durfte 2,5 kg nicht überschreiten. Zudem sollten Beschädigungen oder Verluste zu verschmerzen sein, da wir planten, mehrere Motorradtouren auf schwierigen Strecken und Wanderungen durch die Karstberge zu unternehmen. Gerade Laos gilt als unfallträchtiges Land mit schlechten Straßen und unsicheren Wanderwegen. Wir kamen auch an einigen schweren Unfällen vorbei. Unsere Einschätzung war realistisch.

Zu den besonderen Erfahrungen aus Südostasien gehören:

- Das allabendliche Reinigen des Sensors von Staub. Jeder Objektivwechsel ist etwas kritisch. Die Fototasche sollte unbedingt mit einem Reißverschluss dicht schließen. Jede Woche war eine Feuchtreinigung des Sensors erforderlich. Alle Objektive erwiesen sich hinreichend vor Staub geschützt. Keines hat Ablagerung im Innern davongetragen. Ohne Pinsel, Mikofasertuch und Feuchtreiniger geht es nicht.

- Ohne Polfilter geht ebenfalls nicht viel. Bei allen Landschaftsaufnahmen machen sich Dunst und Luftverschmutzung bemerkbar. Beim Samyang und beim Pergear überzeugten die B+W Polfilter MRC Master Nano nach Käsemann. In den Landschaftsfotos wird der Dunst besser reduziert als mit dem menschlichen Auge. Der einfache ältere B+W XS-Pro digital KSM HTC auf dem Sony reichte gerade so aus und kommt nicht an den Master heran. Auf dem Tamron bewährte sich ein älterer, einfach vergüteter Polfilter von Rodenstock.

- Nicht vergessen werden sollten die Gegenlichtblenden. Für das Sony gibt es standardmäßig keine. Die JJC Gegenlichtblende LH-S2860 leistet gute Dienste, es reichen aber schon der Polfilter mit der Halterung der LH-S2860, um von oben senkrecht einfallendes Licht von der Frontlinse abzuwehren. Auf die leicht drehbare Tulpe kann verzichtet werden. Sie kann unbeabsichtigt verstellt werden und vignettiert dann. Das Samyang ist ohne die mitgelieferte Blende fast unbrauchbar. Beim Pergear ließ sich die oft beschriebene Streulichtanfälligkeit mit dem aufgesetzten Filterhalter und dem Polfilter minimieren und den Rest sehr gut kontrollieren. Auf die überdimensionierte Streulichtblende des Tamron kann verzichtet werden.

- Auf den mehrtägigen Motorradausflügen bestand die Minimalausstattung aus den beiden Leichtgewichten, da nur zwei kleine Rucksäcke mitgenommen werden konnten.

Unten Sony 2860 bei 60 mm, Blende 8 bei 1/250.

Sony_2860_1.JPG

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Folgende Objektive begleiteten uns:

1. Sony SEL 2860: Das Leichtgewicht mit 167 gr. deckte die wichtigsten Brennweiten ab. Mit Blende 4 bis 5,6 nicht gerade lichtstark, aber in Verbindung mit dem IBIS und einem traumhaft guten Autofokus durchaus auch unter schwierigen Lichtverhältnissen brauchbar. 52% der über 4.000 Fotos entstanden hiermit, auch viele Nachtaufnahmen. Es wurde gebraucht, aber wie neu, für 190 EUR von privat bei Ebay erworben. Bei 10 Fotos lag der Autofokus daneben. Gute Schärfe und Farbwiedergabe zeichnen es aus. In der Regel wurden die Blenden 5,6 und 8 genutzt. Es ist ein zuverlässiger Allrounder.

2. Samyang AF 18 mm, 2.8: Mit 145 gr. noch leichter, begleitete uns ein gut zentriertes Exemplar mit für dieses Objektiv guter Schärfeleistung. Es wurde für 299 EUR bei Walser gebraucht mit 2 Jahren Garantie gekauft, um es ggf. bei Dezentrierung zurückgeben zu können. Schon beim Testen versagte gelegentlich der Autofokus. Ein Update mittels Lens Station schlug fehl. Nach ersten Fehlfokussierungen wurde es konsequent als manuelles Objektiv verwendet. Viele überaus spektakuläre Landschaften, Street und einige Innenräume gelangen damit. Besonders ansprechend ist die satte Farbwiedergabe. 20% der Aufnahmen gehen auf sein Konto. Es ist aber von der reinen Schärfeleistung das schwächste der vier Objektive und bei höherer Sensorleistung wohl nicht brauchbar. Für Ausschnitte bietet es kaum Reserven. Genutzt wurde es mit den Blenden 4 bis 8. Das mitgelieferte Etui schützte gut die schwächlich wirkende Konstruktion.

3. Pergear 14 mm 2.8 II: Mit rund 600 gr. das Schwergewicht und rein manuell. Die Schärfe und geringe Verzeichnung haben mich schon bei den Testaufnahmen überzeugt. Es wurde neu für 249 EUR über Amazon erworben, um es ggf. bei Defekten zurückgeben zu können. 19% der Aufnahmen entstanden hiermit, vor allem Architektur, Innenräume und Landschaften. Die Farbwiedergabe mit leichtem Rotstich mutet manchmal altertümlich an und musste ebenso wie der Randschärfeabfall bei 50% der Fotos korrigiert werden. Genutzt wurde es im Blendenbereich 4 bis 11. Insgesamt bringt es aber für den Preis eine hervorragende Leistung. Im Notfall hätte es auch zur Nahverteidigung eingesetzt werden können.

4. Tamron 70-300mm F/4.5-6.3 Di III RXD: Mit 545 gr .das zweite Schwergewicht. Für 229 EUR wurde es von privat wie neu gekauft. Es wurde vor allem für Tier- und Landschaftsaufnahmen bei 9% der Fotos eingesetzt. An der A7 II erwies sich der Autofokus für sich schnell bewegende Tiere als zu langsam, aber immer treffsicher. Die Schärfeleistung ist durchgehend gut. Mit der geringen Lichtstärke ist es ein Kompromiss, der oft hohe ISO-Werte zur Folge hatte, die dann Korrekturen und Bearbeitungen verursachten. Um eine ausreichende Tiefenschärfe zu erhalten, wurde es im Blendenbereich 6,3 bis 11 genutzt. Bei näheren Distanzen sollte auf den Polfilter verzichtet werden, um möglichst schnelle Zeiten nutzen zu können.

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