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Warum macht man dauernd Fotos, die es schon eine Million Mal gibt?


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Also, jetzt blühen die Weidenkätzchen, bald der Raps. Der Kölner Dom steht da seit mehr als 1000 Jahren, die Saarschleife schlängelt sich auch schon seit analogen Zeiten durch die Landschaft, der Vollmond kommt und geht seit Äonen. 

Trotzdem fotografieren wir immer wieder Weidenkätzchen, Raps, den Dom, die Saarschleife, den Vollmond - und Abertausende von Motiven, die millionenfach im Netz bereits zu finden sind. Und oft viel besser, als wir das können.

Ich habe selbst schon berühmte Fotopoints aufgesucht, etwa im Brooklynpark in New York, um ein Bild von der Skyline von Manhattan zu schießen, das ich exakt so (also natürlich besser) in jedem Postershop bestellen kann. 

Was ich gerne von Euch wissen würde: Warum machen wir das? Warum fotografieren so viele von uns (ich auch) das Zeug, das andere schon fotografiert haben - und zwar aus dem selben Winkel, bei vergleichbarem Licht, mit demselben Kameramodell dem gleichen Objektiv...

Ich kritisiere das nicht, weil ich es ja auch klasse finde, wenn ich mal eine Tankstelle in der blauen Stunde so aufgenommen habe, dass ich "wow" sage - bevor ich 688 viel kontrastreicher strahlende, in Hollywood-Manier abgelichtete Tankstellen im Netz finde...

Aber ich würde gerne wissen, was das selbst gemachte eigene Foto von den ziemlich identisch tausendmal von anderen gemachten Fotos unterscheidet. Davon ausgenommen  sind natürlich alle Bilder mit persönlicher Verbindung, also Menschen oder spezielle. einmalige ZeitOrt-Kombinationen. 

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Vermutlich machen wir das aus ähnlichen Gründen, aus denen wir auch selbst in den Urlaub fahren, statt am Fernseher eine gute Reise-Doku anzuschauen. Oder Sport treiben, statt die Berichte der letzten Olympiade anzusehen. Oder einen guten Espresso trinken, statt Kaffeewerbung anzuschauen. Gitarre spielen, statt eine CD von Eric Clapton aufzulegen usw. usf. ...

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Tatsächlich habe ich auch schon darüber nachgedacht. Oft nehme ich mir vor, ungewöhnliche Bilder eines Motivs aus ungewöhnlichen Blickwinkeln und Perspektiven zu machen, um Bildergebnisse zu generieren, wie sie nicht jeder macht. Aber wenn das so einfach wäre... 

Zumindest ballere ich nicht mehr drauf los, wie ich es früher gemacht habe. Qualität vor Quantität. Ich laufe mit offenen Augen umher und entwickle bewusst Ideen für eine Bildgestaltung. Aber das machen andere auch und so sind die Bilder dann eben doch nicht so einmalig, wie erhofft. 

Aber seit ich diesen Ansatz befolge, komme ich mit wenigen Bildern von einer Fototour zurück und davon werden auch zwei Drittel gnadenlos gelöscht. Für die verbleibenden Bilder habe ich dann auch die Zeit und Muße, in der Nachbearbeitung alles herauszuholen. 

 

bearbeitet von T-Freak
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vor 1 Stunde schrieb HansiMustermann:

[...]Was ich gerne von Euch wissen würde: Warum machen wir das? Warum fotografieren so viele von uns (ich auch) das Zeug, das andere schon fotografiert haben[...]
Aber ich würde gerne wissen, was das selbst gemachte eigene Foto von den ziemlich identisch tausendmal von anderen gemachten Fotos unterscheidet.[...]

Ich denke, da gibt es spontan mindestens zwei Ansätze:
Zum einen beantwortest Du die (legitime) Frage für mein Empfinden ja schon selbst. Das entscheidende ist dabei das selbständige Reproduzieren eines bekannten Bildes, meist zum Zweck des "Lernens durch Nachahmung". Je näher man einem für gut befundenen Vorbild durch Versuch und Wiederholung kommt, desto größer ist die Genugtuung bzw. die Befriedigung, wenn man sein Ergebnis dann vergleichbar gut erachtet oder von anderen sogar vergleichbar gut erachtet wird...Dabei geht es ja tatsächlich meist auch weniger um das Motiv selbst, sondern um die Darstellung und das handwerkliche Umsetzung des Fotos. Und um die Vergleichbarkeit herzustellen, um die Qualität "beurteilen" zu können, werden dann eben immer solche repräsentative "Marker"-Motive hergenommen, die es in verschiedenster Qualität gibt.

Das andere ist ein künstlerischer Anspruch, um seine persönliche Note einer Interpretation einer 1000-fach gezeigten Sache / Szene zum Ausdruck zu bringen und somit die Indiviadualität des eigenen "Impulses" zu betonen. 

So gesehen schließen sich die beiden Varianten dahingehend ja aus, dass beide nebeneinander existieren, aber jeweils nur eine für ein konkretes Bild (Variante) gelten kann.
Interessante Frage dennoch, finde ich...

bearbeitet von Raindog
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Ich denke weil der Mensch gerne Dinge erschafft. Auch wenn Sie schon millionenfach und besser existieren, ist das was man selbst erschaffen hat etwas ganz besonderes.

Habe ich schonmal den Mond fotografiert? Ja.

Gibt es bessere Bilder als meines vom Mond? Bestimmt.

Habe ich das von mir geschaffene Bild als Hintergrund? Natürlich.

Warum? Weil ICH es gemacht habe.

Es macht mich stolz, dass ICH es erschaffen habe. Egal wie schlecht es ist. Wie bei einem Kind, das liebt man auch obwohl es hübschere gibt 😉 Für einen selbst aber ist es das schönste auf der Welt. 

bearbeitet von Noctis
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vor 4 Stunden schrieb HansiMustermann:

Aber ich würde gerne wissen, was das selbst gemachte eigene Foto von den ziemlich identisch tausendmal von anderen gemachten Fotos unterscheidet.

Natürlich hast du recht. Aber auch dein Post wurde schon tausend Mal geschrieben…wieso muss etwas einzigartig sein, um „Wert“ zu haben? Ist das nicht eine doppelte Illusion? Bzgl „einzigartig“ und „Wert“.

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Ich frage mich das halt oft. Mir ist es jetzt wieder aufgefallen, als ich nach dem Londoner Stadtteil suchte, den ich - natürlich auf einzigartige Weise 😇 - von der Themse aus fotografiert habe. Allein bei flickr gibt‘s das Foto Dutzende Male… trotzdem gefällt mir meines natürlich und würde es wiedererkennen. Sag ich mal so. 

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Interessant an dieser Stelle ist auch die unterschiedliche Wahrnehmung/Bewertung eigener Bilder durch andere. So ist man manchmal überrascht, dass ein Bild, welches man selbst als nicht so besonders ansieht, überproportional viele Likes erhält und umgekehrt finden eigene Lieblingsbilder relativ wenig Beachtung. Ich überlege dann immer, aus welchem Grund das eine Bild offensichtlich gut funktioniert und ein anderes nicht. 

Ähnlich geht es mir beim Sichten meiner Bilder, die ich von einer Foto Tour mitbringe. Es ist manchmal verdammt schwer, das beste Bild eines gleichen Motivs herauszufiltern. Das kennt vermutlich jeder. 

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Itˋs my hobby und es macht Spaß.

Andere Fotos inspirieren und/oder machen ehrgeizig es anders/besser zu fotografieren

man lernt nie aus, andere Bilder vom Motiv helfen dabei

ein Motiv ist erst Totfotografiert wenn ich es fotografiert habe 🫣

Jedes Bild ist anders und einzigartig. In dieser Sekunde, exakt von diesem Standpunkt, exakt bei diesem Licht mit exakt meinen Einstellungen, selbst wenn jemand direkt neben mir steht hat er einen anderen Blickwinkel🙂

Jürgen

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Ich mache die Bilder in erster Linie für mich und versuche trotz identischer Motive das Foto anders zu Gestalten. Also ich verpasse dem ganzen meine Handschrift schon bei der Erstellung. Im zweiten Schritt kann ich dann mit den Bildern machen was ich will. Veröffentlichen, ein Fotobuch machen, im Status und bei Instagram posten oder einfach nur einen Abzug für die Schublade machen. Das kann ich mir den Anderen Fotos, die es schon gibt, nicht. Außerdem dokumentiere ich so die Zeit und mein eigenes Leben. Man sollte immer etwas von sich zurück lassen und dabei ist es egal ob jemand dann damit etwas anfangen kann.

Ich habe zum Beispiel vor sehr vielen Jahren eine Kiste mit Dias vor dem Müll gerettet. Darin waren alte Aufnahmen aus meiner Stadt enthalten. Es war einfach nur interessant zu sehen wie die Zeit sich verändert und wo die Fotos überhaupt gemacht wurden. An einem freien Tag bin ich auch einen Großteil der Bilder nachgegangen um ihre Entstehungsorte zu erkunden...

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Am 13.3.2024 um 08:43 schrieb T-Freak:

Interessant an dieser Stelle ist auch die unterschiedliche Wahrnehmung/Bewertung eigener Bilder durch andere. So ist man manchmal überrascht, dass ein Bild, welches man selbst als nicht so besonders ansieht, überproportional viele Likes erhält und umgekehrt finden eigene Lieblingsbilder relativ wenig Beachtung. Ich überlege dann immer, aus welchem Grund das eine Bild offensichtlich gut funktioniert und ein anderes nicht. 

Ich gebe nur etwas auf persönliches feedback. „Likes“ und dergleichen halte ich für ein Internetartefakt. Ich lebe aber auch nicht auf facebook, tiktok usw…

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vor 49 Minuten schrieb wasabi65:

Ich lebe aber auch nicht auf facebook, tiktok usw…

Ist mein Ding auch nicht, aber jeder wie er mag.

vor 49 Minuten schrieb wasabi65:

Ich gebe nur etwas auf persönliches feedback. „Likes“ und dergleichen halte ich für ein Internetartefakt.

In anderen Foren interessieren mich likes auch nicht, hier sehe ich das allerdings etwas anders. Angemeldet habe ich mich hier, weil der Austausch mit anderen Fotoenthusiasten etwas Schönes und Nützliches sein kann. Und weil ich lernen und mich weiterentwickeln möchte. Die erhaltenen likes zeigen mir, inwieweit mein Bild für andere funktioniert oder auch nicht. Das ist alles. 

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Ich finde Fotografieren ermöglicht es, den Moment später bewusster zu erleben. Durch die Suche nach der eigenen Perspektive, die Konzentration auf Lichtverhältnisse und Bildkomposition, verbindet man sich intensiver mit der Szenerie, als wenn man sie lediglich mit bloßem Auge betrachtet. Man stellt eine tiefere persönliche Verbindung her. Zumindest geht es mir so. kurzum: "Mein Moment, meine Erinnerung, dann bitte auch mein Bild"

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vor einer Stunde schrieb wasabi65:

Hmm, da gibt es Leute, die verbinden sich mit der Szenerie durch Singen, Meditieren oder Malen…

😇😎😀

… und das tun sie tatsächlich selbst, obwohl es bereits wunderbare Gemälde von hervorragenden Malern gibt, und man Songs streamen kann von Leuten, die besser singen als man selbst, und Gurus, die in viel tiefere Meditation versinken können und viel weiser sind als man selbst … warum machen die das?

bearbeitet von leicanik
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Interessant, vielen Dank. Ich habe (so hoffe ich wenigstens) auch ein paar Fotos, die so nur ich gemacht haben kann. Und es macht mir daneben halt komischerweise auch immer wieder Freude, die nächste Generation Weidenkätzchen mit der nächsten Kamera nochmal aufzunehmen. Raps zwingt mich alljährlich zur Jagd nach dem perfekten Gelb, der Hund inzwischen täglich in die Knie (20 mm, 70 mm, 150 mm - sitz, Platz, schau hier!), und an unserem Weserhausstrand kenne ich längst alle Sonneneinfallswinkel. Dennoch ärgere ich mich jedesmal, wenn ich keine Kamera dabei habe.

Hobbyfotografismus ist halt wohl einfach irrational. 

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vor 15 Stunden schrieb Nobby1965:

@HansiMustermann Gute Antwort 😉 Fotos, die nur ich gemacht haben kann erkennt man auch gerne an anderen Sachen (Fehlern) 🤣

Nur an Abweichungen (kl.Fehler) erkennt man die individuelle Note, einen Wiedererkennungswert, eines Fotografen.

Wäre ein Foto in jeder Beziehung perfekt, wirkt es fast banal und langweilt, sehr schnell.

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Das Leben wäre ganz schön langweilig, wenn niemand das täte, was schon ein Anderer getan hat. Im Falle der Fotos ist es meistens ganz schön, das Objekt selber zu sehen, ein Bild vom Eifelturm herunterzuladen ist nicht das Selbe wie selber vor dem Trümmer zu stehen, etc. Fotografieren ist auch entdecken und selber sehen. @Nobby1965 Erfahrungen leben von Fehlern und schlecht sind deine Bilder nicht 👍

bearbeitet von Skaarj80
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  • 2 weeks later...

Ich denke einfach das es etwas mit der Aneignung der Welt zu tun hat, wenn man tausende mal fotografiertes selber auch noch einmal für sich knipst. Mich selber wundert es aber warum gerade Hobbyfotografen gerne diese Bilder dann auch noch gerne wiederholen. Ich wohne in Duisburg und dort gibt es ein altes Roheisenwerk das zu einem Park umgestaltet wurde und mit bunter Partybeleuchtung versehen wurde. Dorthin zieht es abendlich Scharen von Hobbyknipsern die alle das Gleiche knipsen, viele von ihnen auch nicht zum ersten mal. 

Ich fände das sehr langweilig, aber die Leute haben wohl ihren Spaß daran. 

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