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Brauchtum, Traditionen


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Ich mache einmal ein neues Thema auf. Alles was alte Traditionen angeht, darf hier vorgestellt werden. Ich starte mit dem guten alten Maibaumsetzen im Thüringer Holzland. Bei uns - also meiner Heimatgemeinde - bringt es Unglück, wenn es einmal keinen Maibaum auf dem Marktplatz gibt. Das ging auch eine ganze Zeit ganz gut, bis vor einigen Jahren einmal unser Marktplatz einer straßenbaulichen Maßnahme unterzogen wurde, da gab es ein paar Wochen, in denen eben kein Baum stand. Wir haben trotzdem überlebt. Wir setzen unseren Baum grundsätzlich am Pfingstwochenende. Genau am Montag. Die Nachbarn aus Tautenhain schon Sonntags und die aus Weißenborn erst am Dienstag. So nehmen wir uns nicht gegenseitig die Zuschauer weg und können uns gegenseitig mit Rat und Tat unterstützen. Unter anderem am Bierwagen 😎
Da ich eigentlich das ganze Wochenende mit Bierausschank oder Bratwurstversorgung beschäftigt bin, kann ich euch nur mit meinen Fotos vom Pfingsmontag-Morgen unterhalten, da wird unser Maibaum aus dem Vorjahr umgelegt. Und jedes Jahr werden auch hier mehr Zuschauer. Start ist 05:00 Uhr.

Hier gibt es auch den Link zur Unternehmung.

Hier steht der Baum noch in seinem Loch, mit Holzkeilen das ganze Jahr fest im Boden verankert. Die Lochmacher beginnen gerade damit, die Keile aus dem Loch zu ziehen.

2023-05-29_05-01-11_ILCE-7RM4_28 Pfingsten 2023 Baumfällen.jpg

bearbeitet von DirkB
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Hier wird gerade ein Holz vorbereitet, um den Baum etwas abzustützen. Der Mann an der Säge hatte kurz vorher Bedenken, ob im Balken nicht etwa Nägel oder ähnliches lauern. Frisch geschärfte Kette eben - der Blick Sekunden später, als genau an dieser Stelle Funken sprühten war nicht freundlich zum Balkenorganisator.

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bearbeitet von DirkB
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Der Richtmeister schaut auch zu. Sein Einsatz kommt dann ab 14 Uhr, wenn der neue Baum nur mit Muskelkraft hoch gewuchtet wird. Und der war dieses Jahr wirklich sackschwer 😳

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"Baum fällt" - kurz nachdem der Baum seinen Anstoß in die richtige Richtung bekommen hat, bekam ich auch meinen Anstoß eines aufgeregten Zuschauers. Wieder nicht alles festgehalten. Muss also nächstes Jahr auch wieder mit hin.

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Hier wird ein Fangseil entfernt, das wieder am neuen Baum angebracht wird. Wir hatten vo einigen Jahren einen kleinen Sturm, der unseren Gipfel ins Dach Nachbarhaus geweht hat. Solch ein Stahlseil ist wahrscheinlich günstiger als eine Dacherneuerung.

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bearbeitet von DirkB
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Unser Maibaum besteht aus dem Baum und dem Gipfel. Baum und Gipfel werden von den Gipfelmachern aneinander angepasst und mittels glühender Stahlbänder vor dem Setzen zusammengefügt. Früher hatten wir noch einen Schmied im Ort, heute übernimmt das der ortsansässige Stahlbauer. Die glühenden Bänder werden um den Stamm gelegt, zusammengezogen und dann vernagelt. Durch das Abkühlen ziehen sich die Bänder weiter zusammen, sodass Baum und Gipfel wirklich fest miteinander verbunden sind.

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Und dann muss der Baum auch abtranportiert werden. Der Baum, der im vorigen Jahr zu Pfingsten gesetzt wird, kam am diesjährigen Pfingst-Freitag unter den Hammer. Der Ersteigerer erhält den Baum und die dazugehörige Wetterfahne. Früher, zu dunkleren Zeiten, gab es zusätzlich noch eine Schnittgenehmigung, die wahrscheinlich mehr Wert hatte als dieser trockene Stamm.

Einmal zurecht sägen und dann ab auch die Ladefläche. Natürlich darf die Ladungssicherung auch nicht fehlen.

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Das Loch. Früher war es tatsächlich nur ein Loch auf dem Markt. Rund, groß und tief. Und von Jahr zu Jahr wurde das tiefer, weil jedesmal mit dem Wasser auch fester Boden aus dem Loch gezogen wurde. Im Zuge der straßenbaulichen Maßnahme wurde aber ein festes Fundament angelegt, was den Arbeitsaufwand deutlich verringert und verhindert, dass alle paar Jahre ein neues Loch angelegt werden muss.

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Und hier liegt der neue Baum. Am Vortag wurde der aus dem Wald geholt und in dieser Straße abgelegt. Und weil es früher noch üblich war, dass sich die Burschen der umliegenden Gemeinden gegenseitig einen Streich gespielt haben und den Baum des Nachbarn an- oder durchgesägt haben, gibt es auch eine Nachtwache. Vernünftigerweise ist dieses "Brauchtum" aber am Aussterben. Man hilft und unterstützt sich lieber, als sich gegenseitig Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Schade, dass das noch  nicht in allen Köpfen angekommen ist, voriges Jahr hatten Schwachköpfe unseren unbewachten auf einem Privatgrundstück gelagerten Gipflel durchgesägt. Links daneben ist der erste Bierwagen schon eröffnet. Ich verlasse dann den Ort des Geschehens, hole beim Bäcker noch die frischen Brötchen und gehe wieder schlafen. Derweil gehen die Vorbereitungen weiter. Zwei von Kapellen begleitete Burschen-Umzüge gehen durch den Ort und sammeln Bänder ein die sie von den Angebeteten erhalten und vorm Setzen in die Krone des neuen Baumes knoten. Die Gipfelmacher passen beide Teile an, die Lochmacher bereiten ihr Loch für den neuen Baum vor, Holzkeile müssen auch  bereitgelegt werden.

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vor 7 Stunden schrieb DirkB:

Der Richtmeister schaut auch zu. Sein Einsatz kommt dann ab 14 Uhr, wenn der neue Baum nur mit Muskelkraft hoch gewuchtet wird. Und der war dieses Jahr wirklich sackschwer 😳

 

Das weißt du aber nur vom Erzählen her.... weil...  

 

vor 7 Stunden schrieb DirkB:

...
Da ich eigentlich das ganze Wochenende mit Bierausschank oder Bratwurstversorgung beschäftigt bin, ...

 

Oder? 😁 

Danke für die tolle Bilderstory Dirk 👍

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vor 7 Stunden schrieb DirkB:

Und hier liegt der neue Baum. Am Vortag wurde der aus dem Wald geholt und in dieser Straße abgelegt. Und weil es früher noch üblich war, dass sich die Burschen der umliegenden Gemeinden gegenseitig einen Streich gespielt haben und den Baum des Nachbarn an- oder durchgesägt haben, gibt es auch eine Nachtwache. Vernünftigerweise ist dieses "Brauchtum" aber am Aussterben. Man hilft und unterstützt sich lieber, als sich gegenseitig Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Schade, dass das noch  nicht in allen Köpfen angekommen ist, voriges Jahr hatten Schwachköpfe unseren unbewachten auf einem Privatgrundstück gelagerten Gipflel durchgesägt. Links daneben ist der erste Bierwagen schon eröffnet. Ich verlasse dann den Ort des Geschehens, hole beim Bäcker noch die frischen Brötchen und gehe wieder schlafen. Derweil gehen die Vorbereitungen weiter. Zwei von Kapellen begleitete Burschen-Umzüge gehen durch den Ort und sammeln Bänder ein die sie von den Angebeteten erhalten und vorm Setzen in die Krone des neuen Baumes knoten. Die Gipfelmacher passen beide Teile an, die Lochmacher bereiten ihr Loch für den neuen Baum vor, Holzkeile müssen auch  bereitgelegt werden.

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Hallo Dirk,

vielen Dank für Texte und Bilder.

Gruß
Heinrich

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vor 53 Minuten schrieb Nobby1965:

Das weißt du aber nur vom Erzählen her.... weil...  

Nee nee, wenn das Ding so schwer ist, müssen wirklich alle mit anpacken. Da wird eben die Kasse abgeschlossen und der Lehrling hält die Stellung. Wenn der Baum dannn erst einmal in den Scheren liegt, geht das normale Leben weiter.

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