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Warum Rechnertools für die Hyperfokaldistanz in der Praxis heute oft nicht mehr stimmen.


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Für Fotografen, die auch heute noch nach guter alter Schule die Ausdehnung des Schärfebereichs des anstehenden Fotos klassisch vorab bestimmen, ist die Berechnung der Schärfentiefe unabdingbar. Da das nicht ganz unkompliziert ist, hat man sich zu analogen Zeiten damit beholfen, den Fokuspunkt grob in das erste Drittel des Bildes zu legen. Auch verfügten die Objektive teils über eine Schärfentiefeskala.

Ist z. B. bei Landschaftsaufnahmen eine möglichst große Schärfentiefe erwünscht, wäre es kontraproduktiv einfach auf den Horizont zu fokussieren, da dadurch viel Schärfe im Vordergrund verschenkt wird. Für viele kommt nun Fokusstacking ins Spiel, was oft jedoch gar nicht erforderlich ist. Das Zauberwort ist Hyperfokaldistanz. Diese beschreibt, auf welche kleinste Entfernung im Vordergrund scharf gestellt werden kann, ohne dass im unendlichen Bereich eine Unschärfe entsteht.

Modernen Zeiten sei Dank, gibt es heute Onlinerechner und Apps, wo nur noch einige Aufnahmedaten eingegeben werden und klick, schon ist der begehrte Entfernungswert ablesbar. Das Problem dabei ist, dass bei den meisten dieser Tools die intern hinterlegten Daten nicht auf die Leistungsfähigkeit heutiger Sensoren und Objektive abgestimmt ist.

Entscheidend ist nämlich, welche Werte in den Tools für den so genannten Zerstreuungskreis hinterlegt sind. Und diese stammen dort meist noch aus analogen Zeiten, was dramatische Folgen hat: Die Werte passen heute in der Praxis nicht mehr, was schon vielen gut berechneten Landschaftsfotos den Garaus gemacht hat.

Dieser "analoge" Zerstreuungskreis, entstand aus der Art und Weise, wie seinerzeit Schärfe und Unschärfe wahrgenommen wurde. Niedrig auflösendes Filmmaterial wurde durch entsprechende Objektive belichtet und die Vergrößerungen dann in einem angemessenen Abstand an der Wand betrachtet. Dies hatte zur Folge, dass das, was der Betrachter für scharf oder unscharf hielt, als ein recht großer Bereich im Foto im Foto erschien. In der heutigen Zeit sind die Betrachtungsabstände nicht nur bei Fotos gesunken, sondern gleichzeitig die Ansprüche gestiegen. Am Deutlichsten sind die Auswirkungen bei der professionellen Bearbeitung von Fotos am Monitor auf Pixelebene.

Daher verlinke ich hier einen Rechner der die Möglichkeit bietet, das Auflösungsvermögen der verwendeten Fotoequipments in vier Stufen einzustellen, was für viele Amateure komfortabler ist, als das Errechnen des Zerstreuungskreises.

http://digicam-experts.de/schaerfentiefe.php

Meine Tests des Rechners haben ergeben, dass bei Kleinbildsensoren in etwa die folgenden Einstellung recht gut passen:

Auflösung / Einstellung

Bis 6 MP - Traditionell
Bis 12 MP - Schärfer
Bis 30 MP - Noch schärfer
Ab 60 MP - Sehr scharf

Bei der Änderung der Einstellungen werden im Hintergrund die Daten des Zerstreuungskeises geändert. Wer es hochpräzise mag, kann Rechner nutzen, wo der Zerstreuungskreis eingegeben werden kann.


 

bearbeitet von Berlin Photo
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vor 5 Stunden schrieb Berlin Photo:

Kann dort bei der Hyperfokalberechnung der Zerstreuungskreis manuell eingegeben werden?

ich habe jetzt nur die englische Anleitung/Erklärung dazu gefunden. photopills ist bei mir in der app deutsch und da steht unter advanced/erweitert im Modul „Schärfentiefe(DOF)“ = Zerstreuungskreis (CIRCLE OF CONFUSION) und man kann einen konkreten Wert für seine Kamera und Objektiv eingeben. 

https://www.photopills.com/articles/depth-of-field-guide#step5

 

bearbeitet von Holzwurmbaum
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In Photopills trage ich die Kamera ein, muss die exakten Sensormaße und die Auflösung eintragen, kann den Zerstreuungkreis beeinflussen, oder auf Automatik stellen.

Dann gibt es für die ausgewählte Kamera, Blende, Brennweite, Motivabstand zwei Grafiken, zusätzlich noch eine Grafik für die hyperfokale Distanz.

Ich habe mal die Ergebnisse von der A7C mit denen der A7R3 verglichen, da sind dann Unterschiede in den Ergebnissen. Das alles natürlich auf dem Hintergrund der von mir eingegebenen Werte.

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vor 10 Stunden schrieb Holzwurmbaum:

 = Zerstreuungskreis (CIRCLE OF CONFUSION) ...

 

Klingt irgendwie als sei die App auf mich zugeschnitten 😁 Bis ich mal alles gehört habe was es in der Fotografie gibt, muss ich noch 5 x wiedergeboren werden. 

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vor 1 Stunde schrieb Nobby1965:

Klingt irgendwie als sei die App auf mich zugeschnitten 😁 

Norbert, da hast Du doch eine neue Aufgabe, die App kaufen, testen und dann das Forum dahin gehend überzeugen, dass die App alle haben müssen. :classic_rolleyes:

Noch einen schönen Sonntag
Gruß Heinrich

bearbeitet von heinrich wilhelm
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vor 6 Stunden schrieb Nobby1965:

Klingt irgendwie als sei die App auf mich zugeschnitten 😁 Bis ich mal alles gehört habe was es in der Fotografie gibt, muss ich noch 5 x wiedergeboren werden. 

Du bist nicht alleine, ich habe vor dem Thema hier, noch nie was davon gehört und wusste noch nicht einmal, dass ich eine app mit der Funktion habe und dann bei Kenntnis der englischen Ünersetzung "circle of confusion" fühlte ich mich Zuhause. photopills hat allgemein viele tolle Erklärungen und Videos

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Beim Circle of Confusion geht es vorallem darum, wie man das fertige Foto betrachtet. Die meisten (auch PhotoPills) gehen bei der Kalkulation des CoC davon aus, dass man ein gedrucktes Bild in der Grösse 20x25 aus einem Abstand von 25cm anschaut. Mit einem CoC von 0.03mm (Vollformat) wäre das Bild scharf.

Da wir aber nicht nur für Prints fotografieren, sondern ein Bild auch scharf auf einem 27" oder 32" Bildschirm aus einer Distanz von 50-60cm anschauen, muss man diesen Wert anpassen, um auch auf dem Bildschirm die nötige Schärfe zu haben. PhotoPills hat einen Online CoC Rechner bereitgestellt, der einem helfen soll, den richtigen Wert in der App einzugeben.

Bei meinem Benq 32" Monitor wäre bei einem Betrachtungsabstand von 55cm ein CoC 0.025 der korrekte Wert für eine Vollformatkamera. 

 

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vor 14 Stunden schrieb hpk:

Bei meinem Benq 32" Monitor wäre bei einem Betrachtungsabstand von 55cm ein CoC 0.025 der korrekte Wert für eine Vollformatkamera. 

Der Begriff Vollformatkamera nutzt ohne die Daten der Sensorauflösung nichts. Hier kann man das sehr schön nachrechnen:

http://www.erik-krause.de/schaerfe.htm

Wie weit sich die Anforderungen an die Zerstreuungskreisberechnung von der Basis "Gedrucktes Bild 25x20 cm" inzwischen entfernt haben zeigt folgende Berechnung.

Die Darstellung der 61 MP der A7R5 ergeben auf meinem 38 Zoll Monitor mit einer horizontalen 4K Auflösung, bei 1: 1 eine Betrachtungsbreite von 208 cm und einen optimalen ( berechneten ) Betrachtungsabstand von 75 cm. Umgerechnet ergibt das einen Zerstreuungskreis von 0,0088. Ein mit diesem Zerstreuungskreis berechneter Hyperfokalabstand, stimmt in der Praxis auf den Punkt.

bearbeitet von Berlin Photo
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vor einer Stunde schrieb Berlin Photo:

eine Betrachtungsbreite von 208 cm und einen optimalen ( berechneten ) Betrachtungsabstand von 75 cm.

Was ist mit "Betrachtungsbreite" gemeint? Etwa die Bildbreite des gesamten Bildes bei 1:1? Dann wären aber doch 75cm Betrachtungsabstand extrem nah, so kann ich doch kein 2 Meter breites Bild auf einen Blick erfassen, oder?

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vor einer Stunde schrieb Berlin Photo:

Deswegen ist der Monitor ja auch keine 208 Zentimeter breit. 😁 

Horizontal gescrollt natürlich...

Danke, dachte ich's mir doch. Worin siehst du den Sinn einer solchen Betrachtungsweise? Außer zum Pixelpeepen scheint mir das irgendwie sinnlos. Daran würde ich nicht die Schärfenbeurteilung orientieren.

bearbeitet von leicanik
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